Goldschmiede Richterswil

Thomas Peric Schauer



Naturperlen

Im heutigen Perlenhandel spielen Naturperlen eine Nebenrolle, wenn auch eine exklusive. Sie wurden Anfang des 20. Jahrhundert von den aufkommenden Zuchtperlen fast völlig verdrängt und hatten dadurch auch einen erheblichen Preiszerfall hinnehmen müssen. Heute sind Naturperlen sehr selten und werden fast ausschliesslich in Liebhaber- und Sammlerkreisen gehandelt. Dies gilt für Südsee-, Tahiti-, Akoya- und Süsswasserperlen.


Zuchtperlen

Der Wert einer Perle wird anhand von 5 gleichwertigen Kriterien beurteilt: Grösse, Form, Farbe, Lüster und Oberfläche.

Die Grösse der Perle ist abhängig vom Durchmesser der Kugel die eingesetzt wird und auch von der Dicke des Perlmutt. 
Eine gute Schicht ist bei Akoyazuchtperlen 0,4 - 0,5 mm dick, bei Tahitizuchtperlen 1,5 - 2,5 mm und eine gute Südseeperle hat 2 - 4 mm.

Von der Form her sind die runden Perlen am begerteste. Je perfekter rund desto teurer die Perle. Es gibt aber auch Ausnahen z.B. ein perfektes Set von tropfenförmigen Perlen oder einmalige freie Formen.

Bei den Farben sind bei der Akoyaperlen zartrosa Töne am beliebtesten, bei den Südseeperlen weisse und intensive Goldtöne und bei Tahitperlen silberfarbene bis schwarze mit Schimmern von grün, aubergin und blau. Bei der Auswahl der Perlenfarbe müssen Sie umbedingt die Hauttönung der Trägerin berücksichtigen und am besten verschiedene Farben gleich auf der Haut vergleichen.

Der Lüster (Oberflächenglanz), das schwerste Beurteilungskriterium, macht den besonderen Reiz einer Perle aus. Das hängt mit der Anordnung der Aragonit-Kristallen zusammen, in welchen sich das Licht bricht und so den regenbogenartigen Glanz entfaltet, eben den Lüster.

An der Oberfläche einer Perle sehen wir immer wieder, dass es sich um ein Produkt der Natur handelt. Auch wenn eine Perle noch so perfekt scheint, winzig kleine Unregelmässigkeiten sind immer vorhanden. Sprünge, Kratzer, Einbuchtungen und Unebenheiten können den Wert mindern.
 
 
Tahitiperlen

Als Tahitiperlen werden Perlen bezeichnet die aus französisch Polynesien und den umgebenden Atollen stammen. Die Farben reichen von hellgrau bis schwarz, welche auch starke Überfarben haben können (gelb, braun, grün, Purpur, aubergine, blau) oder eine Kombination davon.


Tahitperlencollier multicolor, D= 13,0 - 13,5 mm

Die Tahitiperlen waren anfangs nur ein Beifang, bei der Muschel suche für die Perlmuttknopfindustrie. Da die Perlmutt Anfang des 20. Jahrhunderts sehr begehrt waren, wurden die Austern durch die Überfischung fast ausgerottet. Ihr Glück war das aufkommen von Plastik. Um 1960 fing die Franzosen mit japanischer Unterstützung auf den Inseln um Tahiti mit der Zucht von Tahitiperlen an. Seit ca. 1990 hat die Tahitiperle zu einen Siegeszug um die Welt angelegt.
Bei der Ernte der kleinen Tahitiperlen (8 - 11 mm) sind etwa bei der Hälfte der Muschel Perlen entstanden und von diesen sind nur ca. 3% von sehr guter Qualität. Bei grösseren Perlen ( 11 - 16 mm) sind es noch weniger. Perlen über 16 mm Durchmesser sind Raritäten und sind von Liebhabern und Sammlern sehr begehrt. Die grösste, runde Tahitizuchtperle die bis jetzt gefunden wurde hat eine Durchmesser von 20,9 mm.


Südseeperlen

Früher wurden alle Perlen die im Pazifischen und Indischen Ozean südlich von Japan gefunden wurden, als Südseeperlen bezeichnet. Darunter fielen auch die schwarzen Perlen von Tahiti, welche heute als Tahitiperle deklariert wird. Heute versteht man die weissen, goldenen und Creme farbenen Perlen, mit all ihren Überfarben und Kombinationen, aus dem pazifischem und indischem Ozean, als Südseeperle. Die besten und grössten Südseeperlen kommen heute von der australischen West-, Nord- und Ostküste, wo die ersten Zuchtversuche schon um das Jahr 1900 unternommen wurden.


Goldige Südseezuchtperle, D= 10,7 mm

Bei der ersten Ernte von Südseeperle ( 9 - 12 mm) haben sich in ca. 70 % der Muschel Perlen gebildet. Es können pro Auster bis zu 4 Ernten gemacht werden. Von der ganzen Ernte sind ca. 20% der Perlen annähernd rund und der Anteil an perfekt runden Südseeperlen ist im unteren einstelligen Prozentbereich. Südseeperlen sind ab einer Grösse von ca. 14 mm selten und ab 17 mm sind sie Raritäten.
Ein Südseeperlencollier (16 - 20 mm) wurde in New York für 3,2 Millionen US-Dollar verkauft. Der Perlenzüchter hatte über 10 Jahre für die perfekte Zusammenstellung der 26 Perlen benötigt.


Rotemeer Perlen

Ist eine Variante der Südseezuchtperle. Die Red-Sea-Zuchtperlen (offizielle CIBJO Bezeichnung) sind noch Raritäten im weltweiten Perlenhandel. Obwohl die Perlen aus dem Roten Meer schon zu Zeiten der Pharaonen ihre Liebhaber hatten.

Red-Sea-Pearls
Red-Sea-Perlencolliers, D= 10 mm

Die moderne Zucht von Red-Sea-Zuchtperlen wurde 1997 unter australischer Federführung in Angriff genommen. Bis heute wurden erst
ca. 200 000 Zuchtperlen, meist grüner und gelber Tönung und mit gutem Lüster produziert. Die Red-Sea-Zuchtperlen sind heute noch relativ günstig im Vergleich zu anderen Südseezuchtperlen gleicher Qualität.


Akoya-Zuchtperle

Die bekannteste Zuchtperle hat Ihren Namen von der Akoya-Auster, in deren Inneren sie heranwächst. Der Kern für eine Zuchtperle besteht aus einer Kugel, die aus der Schale der Mississippi-Auster gedrechselt und der Akoya-Auster eingesetzt wird. Um diesen Kern lagert sich in feinen Schichten von Perlmutt ab. Die Austern bleiben unter aufmerksamer Pflege ca. 3-4 Jahre im Wasser, bevor die Zuchtperlen geerntet werden können. Von jeder Ernte sind ca. 5 % von sehr guter Qualität, und ca. 50 % von brauchbarer Qualität. Sie werden in Grössen von ca. 2 - 11 mm gezüchtet, wobei Grössen ab 9,5 mm selten sind.


Akoyaperlencollier in div. Grössen und Farben

Süsswasserzuchtperlen

Die ersten Süsswasserzuchtperlen wurden 1925 in Japan geerntet. Waren jedoch im Perlenhandel nie von Bedeutung. Erst in den Fünfziger Jahre begann der Aufstieg der kernlosen Süsswasserzuchtperlen aus dem Biwa-See, der 40 Jahre lang andauerte. Die Gewässerverschmutzung Ende der Siebziger / Anfang der Achtziger Jahre setzte der Perlenproduktion arg zu, so dass die sterberate der Austern um die 70% betrug.
Anfang der Siebziger Jahre kamen immer mehr chinesische Süsswasserperlen auf den Markt. Diese wurden bis in die Achtziger Jahre vorwiegen über Japan auf dem Weltmarkt angeboten. Als die Chinesen die Perlenernte selber zu vermarkten anfingen, erlitten sie einen Preiszerfall. Darauf ging die Qualität der Perlen zurück. Als die Chinesen dann noch ca. 1984 enorme Mengen an Reiskorn-Süsswasserperlen in allen Farben auf den Markt geworfen haben, tauchten die Preise massiven. Dieser Preiszerfall wirkte sich auf die ganze Zuchtperlenindustrie aus. Erst in den Neuziger Jahren besannen sich die chinesischen Züchter wieder auf die Qualität und es wurden die ersten fast weissen und runden Perlen in den Handel gebracht.


Multicolor Süsswasserperlencolliers in div. Grössen und Formen

Als 1999 in Hong Kong eine Top 15 mm Süsswasserzuchtperle mit dunkelvioletter Farbe den Preis von damals 18000 US-Dollar erreichte, war der Bann der chinesischen Süsswasserzuchtperlen gebrochen. Heute sind chinesische Süsswasserzuchtperlen in guter bis sehr guter Qualität ein schöne und sehr interessante Erweiterung des Perlenangebotes.


Perlenpflege

Mit den folgenden Typs werden Sie jahrelang Freude an Ihren Perlen haben.
Diese Typs gelten für alle Perlenarten. Bevor Sie Schmuck mit Perlen anziehen, sollten Sie sich fertig schminken und frisieren, da Kosmetika, Parfüme und Haarsprays den Lüster angreifen können.
Bewahren Sie Ihren Perlenschmuck so auf, das er von anderen Schmuckstücken nicht zerkratzt werden kann, also am besten separat.
Lassen Sie Ihren Perlenschmuck von Zeit zu Zeit kontrollieren, da z.B. bei Ohrsteckern der Klebstoff spröd werden kann und so die Perlen abfallen können oder bei Perlencolliers der Seidenfaden sich durch Körperschweiss zersetzen und so das Collier reissen kann.

Möchten Sie mehr über die grosse Vielfalt der Perlen erfahren oder einen unverbindlichen Beratungstermin vereinbaren, kontaktieren Sie mich,
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